
EIN PRAKTISCHER LEITFADEN FÜR EPD
TEIL 3: ÜBER RECYCELTE INHALTE
Wenn es um Ökodesign geht, wird die Verwendung von Begriffen wie „erneuerbar“ und „recycelt“ ohne wissenschaftliche Belege für solche Behauptungen als Greenwashing angesehen.
Auch hier ist die EPD ein wertvoller Verbündeter, um ein echtes ökologisch-nachhaltiges Engagement von generischen und oberflächlichen Behauptungen zu unterscheiden.
Eine von einer dritten Partei überprüfte EPD zeigt nämlich eindeutig das Vorhandensein von rezyklierten oder erneuerbaren Inhalten in einem Produkt an, ohne dass die Möglichkeit einer „falschen Darstellung“ besteht.
Recycelter Inhalt: wo man ihn findet und wie er zu interpretieren ist
Diese Daten geben die Menge an recycelten Materialien an, die bei der Herstellung eines Produkts verwendet wurden, ein Schlüsselparameter für die Bewertung der gesamten Umweltauswirkungen.
Wo kann ich sie finden?
In der Regel in dem Abschnitt, der der Materialzusammensetzung gewidmet ist:

Wie sind die Werte zu interpretieren?
Die Werte werden als Masseprozent ausgedrückt: Je höher der Prozentsatz, desto nachhaltiger ist das Produkt.
Nebenprodukte und die Kreislaufwirtschaft
Alles, was wiederverwertet und nicht auf die Deponie gebracht wird, stellt einen Wert für das Unternehmen und die Umwelt dar. Bei Artigo tun wir das schon seit Jahren, aber seit September letzten Jahres haben wir auch einen zertifizierten Nachweis für dieses Engagement.
Wir haben nämlich Wiegesysteme installiert, um die Menge an Abfällen und Schrott, die wir in unserem Produktionsprozess wiederverwenden, genau zu überwachen. Dadurch konnten wir konkrete Nachweise erbringen und die Zertifizierung des Bureau Veritas erhalten, die unser Engagement für die Rückgewinnung von Materialien bestätigt.
Unsere Mischungen wurden schrittweise modifiziert, um die Wiederverwendung von Schleifpulvern, roh und gebrannt (vulkanisiert), die aus Schleif- oder Materialtrimmverfahren stammen, sowie von Extrusionsabfällen zu integrieren. Die Ergebnisse dieser Innovation sind beachtlich: weniger Abfälle, weniger Rohstoffverbrauch und eine geringere Umweltbelastung.

Aber wir wollen noch mehr tun: Unser Ziel ist es, mehr und mehr recycelte Materialien zu verwenden, d. h. Materialien, die bereits ein nützliches Leben hinter sich haben und für die Herstellung neuer Produkte zurückgewonnen werden. Wir untersuchen alle Möglichkeiten, um diese Philosophie in unsere Prozesse zu integrieren.
Vom Abfall zum Wert: Carrara-Marmor
In der Zwischenzeit haben wir einen weiteren konkreten Schritt unternommen: die Nutzung der Abfälle anderer. Vor einigen Monaten haben wir eine unserer Zutaten durch Pulverabfälle aus weißem Carrara-Marmor ersetzt, ein wertvolles Material, das normalerweise entsorgt werden müsste.
Marmor ist chemisch gesehen Kalziumkarbonat (CaCO₃), ein Element, das bereits als Füllstoff in unseren Substratmischungen verwendet wird. Bei der Verarbeitung von Marmorplatten und Artefakten fällt ein Pulver als Rückstand an, das für uns eine wertvolle Ressource ist: Wir können es verwenden, anstatt ein Mineral zu gewinnen.

Dank dieser Innovationen haben wir unsere Beschaffung von Rohstoffen erheblich verbessert, was eine hervorragende Ausgangsbasis für die Zukunft darstellt. Dadurch können wir nicht nur das Treibhauspotenzial unserer Produkte reduzieren, sondern auch Materialien, die sonst im Abfall landen würden, ein neues Leben geben und so ein Kreislaufwirtschaftsmodell fördern.
Im nächsten Artikel werden wir uns auf erneuerbare Inhalte konzentrieren!